Belgien

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Obwohl es viele Menschen gibt, die die Vision von der Europäischen Union als einer großen Gemeinschaft mit Freizügigkeit mit Blick auf Arbeit und Handel haben, scheint das nicht zu gelten, wenn es um Online-Glücksspiele geht. Gegensätzliche Gesetze in Nachbarländern sorgen dafür, dass es für Spieler recht kompliziert aussieht. Was in einem Land legal ist, ist in einem anderen Land nicht möglich. Beispielsweise haben Frankreich, Italien und Spanien jeweils eigene Gesetze verabschiedet, um Online-Wetten zu regulieren.

Hier in Belgien ist die Situation ähnlich. Obwohl die Regulierung erst später als in den zuvor erwähnten Ländern erfolgt ist, gibt es in unserem Land keine engen Beschränkungen für die verschiedenen Anbieter. Diese müssen sich um eine staatlich vergebene Lizenz bewerben, um Glücksspiele anbieten zu dürfen.

In diesem Artikel geht es um die Geschichte von Glücksspielen in Belgien, die populären Sportarten für Wetten und unsere Empfehlungen mit Blick auf die besten Sportwetten-Anbieter für Belgier.

Regulierte Online-Wettseiten in Belgien

1
BetVictor
100% bis zu 25 €
2
Ladbrokes
100% bis zu 25 €
3
Winner
100% bis zu 50 €

Hintergrund

In Belgien entspricht die Entwicklung nicht dem allgemeinen Trend zu einer immer größeren Liberalisierung von Online-Glücksspielen, der in den vergangenen Jahren zu erkennen war. In den meisten Ländern wurden Barrieren für Online-Wetten abgebaut, unsere Regierung hat hingegen eine Reihe von Beschränkungen für Buchmacher eingeführt. Diese Haltung ist relativ überraschend, vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Position vor 2011 noch viel liberaler war.

Belgien ist ein Land mit einer langen Glücksspieltradition. Die nationale Lotterie kann ihre Wurzeln bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen, eine Wettkultur hat sich in der belgischen Gesellschaft im Laufe der Jahre ebenfalls entwickelt. Vor allem Pferderennen und Casinos sind in der jüngeren Vergangenheit immer beliebter geworden. [1]

In Belgien gibt es eine Reihe von Wettgeschäften, die von zahlreichen verschiedenen Anbietern betrieben werden. Das britische Unternehmen Ladbrokes ist bereits seit den 80er Jahren hier präsent, das Logo kann man an fast 440 Orten finden.

Online-Glücksspiele wurden in Belgien im Jahr 2002 präsentiert, als viele andere europäische Länder Verbote aussprachen. Einige Jahre lang durfte sich unsere Bevölkerung über nicht überwachte oder eingeschränkte Glücksspielangebote freuen, bis es schließlich mit einem Gesetz aus dem Jahr 2009 zu einer neuen Haltung kam.

Rechtliche Änderungen

Am 1. Januar 2011 ist die neue belgische Gesetzgebung zu Glücksspielen in Kraft getreten. Darin werden Online-Glücksspiele streng reguliert, zudem gibt es ein eigenes Lizenzierungssystem. Die Zahl der Online-Lizenzen war auf neun Casino-Lizenzen begrenzt, zudem gab es 180 Lizenzen für Spielautomaten-Betreiber und weitere 34 für Sportwetten-Anbieter. Zudem mussten die verschiedenen Anbieter eine physische Präsenz in Belgien nachweisen, unter anderem durch Server, die hier betrieben werden mussten. Nur solche Unternehmen wurde es erlaubt, belgische Kunden zu akzeptieren.

Im Klartext bedeutet die neue Gesetzgebung, dass ausländische Online-Buchmacher, -Casinos oder -Pokerräume nicht in Belgien aktiv sein dürfen. Außerdem können Einzelpersonen oder Unternehmen, die nicht lizenzierte Glücksspielanbieter durch Marketing, Affiliate-Programme oder auf andere Weise präsentieren, rechtlich dafür zur Verantwortung gezogen werden. Dieser Teil der rechtlichen Vorgaben wurde vor Gericht von Betfair angefochten, allerdings wurde die Klage abgewiesen, das Verbot gilt deshalb auch weiterhin. Unternehmen, die das Gesetz umgehen und trotzdem in Belgien aktiv sind, können zu Bußgeldern in Höhe von 25.000 Euro verurteilt werden. Für einen weiteren Betrieb des Angebots können diese Bußgelder auf bis zu 100.000 Euro steigen. [2]

Akzeptierte Seiten

Seit der Einführung der neuen Gesetzgebung im Jahr 2011 ist die “schwarze Liste” der Wettseiten immer länger geworden. Obwohl die meisten Buchmacher die belgischen Gesetze zunächst kaum beachtet haben, haben rechtliche Erfolge gegen Anbieter wie Bet-At-Home (die die Legalität dieser schwarzen Liste angefochten haben) dazu geführt, dass die meisten großen europäischen Anbieter die Regeln mittlerweile beachten.

Da Ladbrokes bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in Belgien präsent ist, war es nur logisch für das Unternehmen, auch eine Online-Lizenz zu beantragen. Bwin, ein weiteres Unternehmen, das erst vor kurzem einen Rechtsstreit gegen die Belgian Gaming Commission (BGC) begonnen hat, verfügt ebenfalls über eine Lizenz. Allerdings werden Nutzer mit Wohnsitz in Belgien, die sich auf der Website anmelden, zu einer ‘.be’-Adresse weitergeleitet.

Betfair, ebenfalls in einen Rechtsstreit gegen die BCG verwickelt, hat sich anscheinend den Anforderungen gebeugt, die erfüllt sein müssen, um in diesem Land legal zu operieren. Deshalb gibt es mittlerweile keine Beschränkungen mehr bei der Anmeldung für diesen Wettanbieter. Coral und Winner komplettieren die Liste der großen Unternehmen, die legal in Belgien aktiv sein dürfen.

Die Mehrzahl der Online-Buchmacher, sowohl in Europa als auch in Asien, will scheinbar kein Geschäft in Belgien betreiben und sich um eine Lizenz bemühen. Zu diesen Unternehmen zählen unter anderem:

  • Betsson
  • PaddyPower
  • SBO
  • 188Bet
  • Stan James

Bei BetVictor ist die Situation hingegen unklar. Dieser Anbieter akzeptiert zwar die Anforderungen in den Bereichen Sportwetten und Casino, das Poker-Angebot ist aus Belgien hingegen nicht aufrufbar.

Zahlungsarten

Einwohner Belgiens können viele verschiedene Zahlungsmethoden nutzen, um Geld bei Online-Anbietern ein- und auszuzahlen. Debit- und Kreditkarten sind natürlich sehr populär, aber auch Paypal, Neteller, Paysafecard, Skrill, Western Union oder Überweisungen können auf den meisten Seiten genutzt werden. Da die meisten Wettseiten, die von Belgien aus zugänglich sind, mittlerweile auch über eine Lizenz verfügen, gibt es wenige Beschränkungen mit Blick auf Einzahlungen.

Steuern auf Gewinne

Steuern auf Gewinne aus Glücksspielen sind in Belgien eine rechtliche Grauzone. Die meisten Quellen besagen, dass Einnahmen aus Glücksspielen, genau wie in den meisten anderen europäischen Ländern, steuerfrei sind. Das belgische Finanzministerium hat allerdings betont, dass jegliche “gelegentlichen oder zufälligen Gewinne, die nicht aus beruflichen Aktivitäten stammen”, also auch Gewinne aus Glücksspielen, mit einer Rate von 33 Prozent versteuert werden müssen, die für “verschiedene Einnahmen” gilt. Diese Interpretation der geltenden Gesetze wurde von der BCG jedoch abgelehnt. Diese betont, dass Spieler keine Steuern auf ihre Gewinne zahlen müssen. Die Diskussionen zu diesem Thema dauern noch an, aufgrund der fehlenden klaren Vorgaben zum Steuerrecht werden Gewinne allerdings von wenigen Spielern angegeben. [3]

Beliebte Sportarten

Pferderennen waren in unserem Land schon immer eine beliebte Freizeitbeschäftigung. In Mons und Waregem finden sowohl Galopp- als auch Trabrennen statt. Einer der weltbesten Jockeys, Christophe Soumillon, stammt aus Schaerbeek, außerdem liegt Belgien in der Nähe von Ländern wie Frankreich und Großbritannien, in denen Pferderennen ebenfalls sehr beliebt sind.

Fußball ist in Belgien ebenfalls eine Sportart, auf die gerne gewettet wird, vor allem da die Nationalmannschaft derzeit so gut wie lange nicht mehr ist. Superstars wie Eden Hazard oder Christian Benteke spielen in der englischen Premier League, sodass sich viele Fans auch auf der anderen Seite des Kanals für diesen Sport interessieren. Das zeigt sich an der Zahl der belgischen Fußballfans, die auf Spiele der Premier League setzen.

Zusammenfassung

Die Belgian Gambling Commission hat durch strenge neue Regelungen zum Thema Onlinewetten einen Meilenstein gesetzt. Diese waren Teil des Glücksspielgesetzes aus dem Jahr 2009. Das Verbot des Zugriffs auf nicht lizenzierte Webseiten durch belgische Kunden wurde von vielen Anbietern scharf kritisiert, mehrere Gerichtsverfahren endeten jedoch mit Urteilen, die für die BGC positiv ausgefallen sind.

Einige der großen Anbieter, zum Beispiel Bwin und Betfair, haben die Regeln nun scheinbar akzeptiert, sodass sie eine belgische Lizenz nutzen können. Dadurch ist die Zahl der Buchmacher, auf die Belgier mittlerweile Zugriff haben, noch größer.

Für Spieler, die mit hohen Einsätzen spielen, ist es nicht besonders positiv, keinen Zugriff auf Wettseiten wie SBO und 188Bet zu haben. Wer jedoch nur von Zeit zu Zeit Wetten in Belgien abschließt, hat auf den ersten Blick eine große Auswahl zwischen Pferderennen, Fußball und vielen anderen Sportarten.

Zitate und Quellen:

[1] https://www.frixo.com/sbook/regions/belgium.asp
[2] http://online.casinocity.com/jurisdictions/belgium/
[3] http://blog.dlapiper.com/gambling/entry/belgium_treasury_and_gaming_commission

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